Wahlkampfstudie 2013

| Samstag, 12. April, 2014 |
Zu den „Klassikern“ der deutschen Wahlkampfforschung gehören inzwischen die von Jürgen Wilke zunächst zusammen mit Carsten Reinemann und seit 2009 mit Melanie Leidecker durchgeführten Studien zur Berichterstattung deutscher Tageszeitungen über die Bundestagswahlkämpfe und insbesondere die Darstellung der Kanzlerkandidaten. Diese Studien ermöglichen einen langfristigen Vergleich der Wahlkämpfe in der Bundesrepublik Deutschland seit 1949. Die Untersuchung wurde – mit Unterstützung der FAZIT-Stiftung – auch für die Bundestagswahl am 22. September 2013 wiederholt. Wieder wurde die Berichterstattung der vier Tageszeitungen „Frankfurter Rundschau“, „Süddeutsche Zeitung“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „Die Welt“ in den letzten vier Wochen vor dem Wahltag einer quantitativen Inhaltsanalyse unterzogen. Die Ergebnisse der Studie liegen inzwischen vor und werden unter der Autorschaft von Melanie Leidecker und Jürgen Wilke in dem von Christina Holtz-Bacha herausgegebenen Sammelband „Die Massenmedien im Wahlkampf“ (Springer VS) demnächst veröffentlicht, und zwar unter dem Titel „Langweilig? Wieso langweilig? Die Presseberichterstattung zur Bundestagswahl 2013 im Langzeitvergleich.“ Überraschenderweise war der Umfang der Wahlkampfberichterstattung 2013 nochmals geringer als 2009. Andererseits war die Berichterstattung diesmal deutlich „meinungsbetonter“ als vier Jahre zuvor. Der schon während des Wahlkampfs erhobene Vorwurf der „Langeweile“ besteht also keineswegs zurecht.